Die „weißen Haie“ zu Zierfischen degradiert

aus dem Wedeler Schulauer Tageblatt vom 15.04.1992

An den Westend 69’ers aus Holm bissen sich die Kiel White Sharks die Zähne aus. In der ersten Runde des Schleswig-Holstein-Pokals bezwang das in der Landesliga beheimatete Baseballteam die klassen-höheren „weißen Haie“ aus der Landeshauptstadt glatt mit 12:1 Läufen. Klaus Harrisson, der Sprecher der 69’ers jubelte nach dem gelungenen Saisonauftakt: „Wir haben bewiesen, in welch guter Form wir derzeit sind.“

Die favorisierte Mannschaft aus Kiel ging zwar mit 1:0 in Führung, doch danach kam sie im Holmer Waldstadion kaum noch zum Zug bzw. zum Schlag. In erster Linie war dies ein Verdienst des 69’ers-Pitchers (Werfers) Andreas Lenz, der die Bälle unerreichbar für die Kieler Schlagmänner plazierte.

Schnell konnten die Gastgeber auf 5:1 enteilen. Der entscheidende Schlag aber, der die Haie endgültig auf Zierfisch-Niveau reduzierte, gelang dem Holmer Jürgen Tackmann: Als alle drei Bases (Male) von Holmer Spielern besetzt waren, erzielte er einen „Grand-Slam-Homerun“. Soll heißen: Vier Punkte mit einem einzigen Schlag. Im Baseball ein ebenso seltenes wie umjubeltes Ereignis.

Beim Stand von 12:1 für die Holm Westend 69’ers trat dann die sogenannte Pokalregel in Kraft, wonach die Mannschaft vorzeitig gewonnen hat, die nach drei Innings (Spielabschnitten) zehn Punkte Vorsprung herauslaufen konnte.

Nach diesem Pokal-Triumph hoffen die Holmer, dass sie ihre gute Form bis zum Punktspielstart konservieren können. Play Ball“ heißt es für die 69’ers in der Landesliga erstmals am 1. Mai. Im Waldstadion müssen sich die Schützlinge des Trainergespanns Marcus Behrens und Kay Schoop dann der Kannibalen (Cannibals) aus Geesthacht erwehren.

Nicht ganz so erfolgreich verlief der Saisonstart dagegen für das Holmer Damenteam, die „Westend 69’ers Sisters“. Sie verloren ihr Landesligaspiel gegen die Dohren Wild Farmers mit 10:24. Die „wilden Bäuerinnen“ waren den Holmer „Schwestern“ nicht an Spielstärke überlegen. Vielmehr brachten die Gastgeberinnen sich durch eigene Fehler, mangelnde Erfahrung und Nervenschwäche selbst auf die Verliererstraße.
Im zweiten Abschnitt brauchten drei Holmer Werferinnen geschlagene eineinhalb Stunden, um die nötigen drei „Outs“ und somit den Wechsel zum eigenen Schlagrecht zu forcieren. So trat nach dem zweiten Inning die Regel in Kraft, dass ein Baseball-Spiel nach zweieinhalb Stunden zu beenden ist.

Für ihr nächstes Spiel – am übernächsten Wochenende gegen die Damen der Pinneberg Pirates – haben sich die Holmerinnen vorgenommen, konzentrierter zu Werke zu gehen und das Spiel für sich zu entscheiden.

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